Das Elektrozeitalter – Polestar strebt klimaneutrales Fahrzeug bis 2030 an
Polestar 2

01.12.2022 | Der Polestar 2 ist die erste rein serienmäßig elektrische Fließheck-Limousine mit bis zu 300 kW (408 PS) und 660 Nm. Als nächstes folgt der Polestar 3, der im Oktober sein Debüt feierte und 2023 ausgeliefert wird. Er ist das erste SUV-Coupé des Herstellers. Mit einem standardmäßig veganen Interieur setzt das Unternehmen auch ein Statement in Sachen Nachhaltigkeit über die eigentliche Fahrleistung hinaus. Wir haben uns im Sinne der Nachhaltigkeit ein mal näher mit der E-Mobilität beschäftigt und uns dafür Polestar näher angeschaut. 

Auf dem Papier sind alle Elektroautos energieeffizient und grün. Oder? Wenn es um die Zukunft der Automobilindustrie geht, sind die Lager gespalten – egal ob über Reichweiten, das Netzwerk an Ladestationen oder die menschenunwürdige Förderung von Lithium und Kobalt. Obgleich die Umweltbilanz von E-Autos deutlich differenziert betrachtet werden sollte, fest steht: Sie sind die Zukunft, wenn auch nur mittelfristig, der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell.
Dieses Jahr hat das Unternehmen im Rahmen des Polestar 2 seinen ersten Life-Cycle-Assessment-Report veröffentlicht und damit auch an die Industrie für eine einheitliche und transparente Offenlegung des CO2-Fußabdrucks elektrischer Fahrzeuge aller Hersteller appelliert. 2021 ließ die Volvo-Tochterfirma bei der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow ihre Klimaziele sogar buchstäblich in Stein meißeln. Auf einen Granitblock graviert, wollten sie alle anderen Fahrzeugherstellern auf diese Weise wissen lassen, dass sie die Umsetzung jedes einzelnen Klimaziels, das sie sich auf die Fahnen schreiben, genau im Auge behalten würden, mit dem Versprechen, sich selbst und andere zur Rechenschaft zu ziehen. Bis 2030 wollen sie ein klimaneutrales Fahrzeug auf die Straßen zu bringen. 2040 wollen sie sogar ein klimaneutrales Unternehmen sein.

Eine Tonne CO2e weniger: die neuen Nachhaltigkeits-Upgrades für den Polestar 2

Aber Polestar denkt auch kleiner, um große Erfolge zu zielen. Ab diesem Monat beziehen sie das Primäraluminium für die 19-Zoll-Felgen – die beliebteste Felgenoption für den Polestar 2 – nur noch aus Schmelzwerken, die ausschließlich mit aus Wasserkraft gewonnener Energie betrieben werden. Da das Schmelzen von Aluminium ein sehr energieintensiver Prozess ist, reduzieren sie den Carbon Footprint allein durch diese Umstellung um bis zu 488 kg CO2e pro Fahrzeug. Und zwar zusätzlich zu der CO2e-Reduzierung von 750 kg, die sie bereits zu Beginn dieses Jahres bei der Herstellung der Aluminiumschale des Batteriegehäuses erzielt haben. Diese Schale beziehen sie seitdem ebenfalls nur noch aus Schmelzwerken, die ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben werden. 
„Aus unseren Ökobilanzen wissen wir, dass Aluminium einen großen Anteil am Carbon Footprint unserer Fahrzeuge hat. Indem wir uns auf die größeren Aluminiumkomponenten konzentrieren, können wir diesen Fußabdruck mit relativ kleinen Änderungen erheblich reduzieren“, erklärt Polestar Climate Lead Lisa Bolin. „Wir haben unseren Kunden versprochen, dass wir nicht nur die Umweltverträglichkeit unserer Produkte transparent offenlegen, sondern auch transparent aufzeigen wollen, wie wir diese verbessern können. Damit lösen wir dieses Versprechen ein.“ 
Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien in der gesamten Produktionskette spielt beim Senken der CO2-Emissionen eine entscheidende Rolle. Seit Anfang dieses Jahres wird das Polestar 2 Fertigungswerk komplett mit Solarstrom betrieben. Dadurch können sie den CO2e-Ausstoß pro Fahrzeug wohl um 544 kg reduzieren. 

Bereits 2020 forderte Polestar CEO Thomas Ingenlath, dass ein weltweites Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren früher kommen müsse. „Mit nur 1,5 Prozent Elektrofahrzeugen auf den Straßen ist klar, dass wir in einer Elektroauto-Blase und nicht in einem Elektroauto-Boom leben.“ Aber och wichtiger sei es, „dass die Autohersteller jetzt handeln und nicht auf politische Veränderungen warten.“ Das EU-Parlament wünscht sich jedenfalls ein Verbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035. Bis dahin wird Polestar vielleicht schon längst das erste klimaneutrale Fahrzeug auf dem Markt haben.

polestar.com

 

 

01.12.2022