Wöhrl mit Sanierung und Neuausrichtung im Plan
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29.11.2016| Die Wöhrl Gruppe gab jetzt bekannt, dass das Unternehmen mit Ablauf des dreimonatigen Schutzschirmverfahrens am 30. November 2016 mit seinen Maßnahmen der Sanierung und Neuausrichtung im Plan liegen würde. Die Textilkette Wöhrl hatte Anfang September ein Schutzschirmverfahren beantragt, das einen vorübergehenden Schutz vor der Vollstreckung von Gläubigerforderungen gewährt. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem die Schließung von vier Wöhrl-Standorten (Nürnberg-Langwasser, Roth, München Einkaufzentrum PEP und Berlin Potsdamer Platz) im Laufe des ersten Quartals 2017, wie das Unternehmen bereits im Oktober bekannt gegeben hatte. Bei diesen war langfristig nicht mit ausreichendem Umsatz- und Ertragspotential zu rechnen, so Wöhrl. Insgesamt reduziert sich die Anzahl der Standorte auf 30 Häuser. Des Weiteren befindet sich der Vorstand in Verhandlungen über die Reduzierung der Mieten in allen Filialen sowie der Zentrale. Eine weitere Maßnahme ist die Modernisierung des Filialnetzes, um Verkaufsflächen für den Endverbraucher attraktiver zu machen. Momentan finden an acht Standorten Umbauten statt.

Der Vorstand des Modehandelsunternehmens hat beim Amtsgericht Nürnberg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ab 1. Dezember 2016 für die Rudolf Wöhrl AG als Obergesellschaft der Gruppe und für deren 100-%-Tochtergesellschaft Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG in Nürnberg, gestellt. Zuvor hatten die Gläubigerausschüsse beider Gesellschaften dieser Maßnahme einstimmig zugestimmt. Die Zustimmung des Gerichts vorausgesetzt, bleibt der Vorstand damit auch in dieser nächsten Phase der Sanierung im Amt und führt den Prozess weiter. Er wird dem Gericht einen vorläufigen Insolvenzplan vorlegen. Der Insolvenzplan wird nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens finalisiert werden, sobald die wirtschaftlichen Parameter für die Sanierung feststehen und die erforderliche Zustimmung der Gläubiger vorliegt. Bis Ende 2016 beziehungsweise Anfang 2017 soll die Investorensuche abgeschlossen sein. Nach Unternehmensangaben gibt aktuell es einige Interessenten. Die Familie Wöhrl betont, dass sie zu einer Partnerschaft mit einem Investor bereit sei.

Andreas E. Mach, Vorstandsvorsitzender der Rudolf Wöhrl AG kommentiert: „Meine Zuversicht, dass Wöhrl sanierungsfähig ist und als Ganzes erhalten werden kann, ist heute größer als zu Beginn des Schutzschirmverfahrens. Wir haben in den vergangenen Monaten ein hohes Maß an Loyalität bei vielen Kunden und Lieferanten gespürt und die Geschäftsentwicklung durch zahlreiche Maßnahmen und Aktionen stabilisieren können. Dies zeigt, dass sich Wöhrl als starke Marke in unseren Kernmärkten auch gegen den Branchentrend positiv entwickeln kann. Wir haben durch das Schutzschirmverfahren keinerlei Einbußen im operativen Geschäft verzeichnen müssen, das stimmt uns positiv für die Zukunft. Mein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in dieser schwierigen Phase unseres Unternehmens weiter mit Herzblut und vollem Einsatz dabei sind.“ www.woehrl.de

29.11.2016 | dt