Textilium: Die Kunden sind dankbar für die Ablenkung

06.05.2020 | Seit dem Entscheid, dass die Läden unter strengen Hygienestandards wieder öffnen dürfen, haben die Läden sukzessive ihre Pforten für Endverbraucher geöffnet. Insbesondere die Hygienevorschriften stellen die Einzelhändler vor neuen Herausforderungen. Wie geht man mit diesen um und welche Reaktionen werden durch Kunden empfangen? Maximilian Häßner, Inhaber und Geschäftsführer des Fashion-Stores ‚Textilium‘ in Nidda, gewährt den TextilMitteilungen-Lesern einen Einblick in den ‚neuen‘ Arbeitsalltag seiner Mitarbeiter.

Wie ist das Kaufverhalten Ihrer Kunden?

„Das Kaufverhalten ist recht positiv. Die Convertion-Rate ist nach oben gegangen, ebenso der Durchschnitts-Bon. Die Kunden, die in den Laden kommen, sind dankbar für Ablenkung. Sie sind froh, dass wir wieder geöffnet haben und haben Lust auf neue, frische Teile sowie der Seele was Gutes zu tun. Die Anzahl der Kunden ist aber einfach noch viel zu gering.“

Wie wirken sich die Hygienevorschriften auf das Konsumverhalten aus?

„Viele Kunden haben auf Grund des Mundschutzes keine Lust, längere Zeit im Laden zu verweilen oder gar etwas anzuprobieren. Das ist der einzige Hygiene-Aspekt der bei uns das Kaufverhalten beeinflusst. Ergänzend hierzu ist vielleicht auch zu sagen, dass die Belastung für die Mitarbeiter – dauerhaft eine Maske zu tragen – deutlich höher ist. Die Konzentration lässt nach, genauso die Belastbarkeit. Die Anzahl und Länge der Pausen muss erhöht werden.“

Wie setzten sie die Hygienevorschriften auf der Fläche um?

„Wir haben verschiedene Punkte in einen Plan gefasst:

  • Maskenpflicht ist vorgeschrieben. Hieran halten wir uns selbstverständlich. Die meisten Kunden kommen glücklicherweise von selbst mit einer Maske. Wir mussten bisher keinen darauf hinweisen, denn diese Situation ist höchst unangenehm einem Kunden sagen zu müssen, dass er den Laden nicht betreten darf, weil er keine Maske trägt.
  • Direkt am Eingang haben wir einen großen Aufsteller, um sich die Hände zu desinfizieren. Außerdem halten wir hier einzeln verpackte Behelfsmasken (mehrfach verwendbar) zum Selbstkostenpreis von drei Euro bereit. Auch Handwaschbecken stehen den Kunden zur Verfügung.
  • Desinfektionsmittel steht außerdem in den Kabinen. Diese werden nach jeder Benutzung auch durch das Personal desinfiziert.
  • Die Anzahl der Kabinen haben wir verringert, um mehr Abstand zu erhalten. Des Weiteren haben wir unsere Sitzflächen von Gruppe auf einzelne Plätze umgestellt.
  • Zehn Kunden dürften laut 1pax/20qm in unser Geschäft, wir riegeln allerdings nach acht Kunden ab. Diese Situation hatten wir in den 1,5 Wochen bisher ein einziges Mal.
  • Die Beratung und auch der Vorgang an der Kasse läuft mit deutlich höherem Abstand, was gerade bei der Beratung, beim Größe raussuchen oder Kleidungsstück am Kunden richten häufig sehr schwer fällt.
  • Eine geöffnete Ladentür und kontaktlose Zahlung ist bei uns Standard.
  • Wir haben uns bei all diesen Hygiene-Vorschriften für sehr wenige Schilder entschieden. Stattdessen ist unsere Personaldecke so hoch wie üblich (nicht verringert), um aktiv mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen, statt Regeln auf Tafeln vorzusetzen.“

www.textilium.de