HDE: Gedämpfte Kauflust schwächt Handel
HDE: Gedämpfte Kauflust schwächt Handel

22.05.2020 | Die Corona-Krise hat weiterhin einen schwächenden Einfluss auf den hiesigen Einzelhandel. Zwar durften mittlerweile alle Geschäfte unter Auflage von strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnehmen wiedereröffnen, aber die Umsätze bleiben weiterhin stark hinter der von denen vor der Krise zurück. „Die Shopping-Lust leidet unter den Hygiene- und Abstandsregelungen. Die meisten Kunden gehen sehr gezielt einkaufen und verweilen möglichst kurz in den Geschäften“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Innenstadtbummel sowie spontane Einkäufe sind in diesen Zeiten eher eine Ausnahme. „Schwache Kundenfrequenzen und geringe Umsätze sorgen dafür, dass der Handel weiterhin enorm unter der Coronakrise leidet. Der Einzelhandel braucht deshalb dringend einen Rettungsfonds mit nichtrückzahlpflichtigen Finanzhilfen. Vielen Händlern droht angesichts der weiter laufenden Fixkosten ansonsten die Insolvenz“, so Genth weiter. Zusätzlich belasten Posten wie die Bezahlung von Warenlieferungen und Mieten die Branche in dieser umsatzarmen Zeit. Mit der Insolvenz vieler Händler drohe eine Verödung ganzer Innenstädte. Um die Binnenkonjunktur wieder anzukurbeln, fordert der HDE die Ausgabe von Coronaschecks in Höhe von 500 Euro für jeden Einwohner.

Mit dem Entschluss, erste Grenzen innerhalb der EU wiederzueröffnen, zeigt sich der HDE hingegen zufrieden. Der Verband betont die große Bedeutung des Binnenmarktes für funktionierende Lieferketten und Kundenverkehre. Der Handel brauche auch in dieser besonderen Zeit dringend einen freien Warenverkehr und volle Freizügigkeit für die Kunden. „In den Grenzregionen haben sich ganz im europäischen Sinne grenzüberschreitende Einzugsgebiete für den Handel ergeben. Viele Kunden kommen seit Jahren aus den Nachbarländern zu uns. Daher leiden nun vielerorts die Händler unter stark verminderten Kundenzahlen und Umsätzen. Hier stehen Geschäftsmodelle in Frage, es drohen Insolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Essentiell wäre es für den Handel, dass seine Beschäftigte aus den Nachbarländern, zuverlässig und unkompliziert zu ihren Arbeitsplätzen gelangen können.

Die Maßnahmen der Regierungen müssten sich am Infektionsgeschehen orientieren, nicht an nationalstaatlichen Grenzen. Der HDE sieht die Europäische Kommission deshalb gefordert, den Binnenmarkt so schnell wie möglich wieder vollständig herzustellen.

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22.05.2020