HDE fordert mehr Entgegenkommen von Mietern
HDE fordert mehr Entgegenkommen von Mietern

24.09.2020 | Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert, angesichts der schwierigen Lage vieler Bekleidungshändler bedingt durch die Corona-Krise sowie deren Auswirkung auf die Innenstädte, ein stärkeres Entgegenkommen seitens der Vermieter sowie entsprechende Anpassungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Für dieses Jahr prognostiziert der HDE ein Umsatzplus von 1,5 Prozent in Vergleich zum Vorjahr. Dennoch werden die vom zwischenzeitlichen Lockdown betroffenen Teilbranchen einen Umsatzverlust von elf Prozent einfahren. Der Online-Handel hingegen kann ein Umsatzplus von 15 Prozent erwarten. „Die Lage ist vor allem bei vielen Bekleidungshändlern in den Stadtzentren weiterhin kritisch. Das solide Umsatzwachstum von 1,5 Prozent für den gesamten Handel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in einzelnen Branchen nach wie vor viele Unternehmen und Arbeitsplätze in ihrer Existenz gefährdet sind“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Bekleidungshandel verlor nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten sieben Monaten im Vorjahresvergleich fast 30 Prozent seines Umsatzes. Eine aktuelle HDE-Umfrage unter 1.000 Händlern aller Branchen, Standorte und Unternehmensgrößen zeigt ebenso, dass für das erste Halbjahr 2020 mehr als 90 Prozent der Bekleidungshändler eine Verschlechterung der Geschäftslage feststellen. Im Elektronikhandel liegt dieser Anteil bei 45 Prozent. Insbesondere an den innerstädtischen Standorten sind die Herausforderungen groß. So beurteilen mehr als drei Viertel der Händler in den Hauptgeschäftslagen der Stadtzentren ihre Geschäftslage in den ersten sechs Monaten des Jahres schlechter als im Vorjahr.

„Angesichts der Umsatzrückgänge können viele Händler ihre Mieten nicht in voller Höhe bezahlen. Vor allem große institutionelle Vermieter kommen dem Handel dabei oft nicht ausreichend entgegen“, so Genth. Aus diesem Grund sei eine Anpassung im BGB unerlässlich. Es müsse klargestellt werden, dass die in der Corona-Pandemie angeordneten staatlichen Maßnahmen ein Grund zur Anpassung des Mietvertrags wegen Störung der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 sind. In der HDE-Umfrage hatte ein Drittel der Bekleidungshändler angegeben, dass der Mietzins wegen Corona angepasst wurde, knapp ein Viertel konnte Stundungen ausverhandeln. Um den vielerorts weiter voranschreitenden Niedergang der Innenstädte aufzuhalten, erneuert der HDE seine Forderungen nach einem Innenstadtfonds und einem staatlichen Förderprogramm zur Digitalisierung des mittelständischen Einzelhandels.

Bild: Unsplash

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24.09.2020