HDE: Einzelhandel bietet die meisten Ausbildungsstellen an

08.05.2020 | Laut der aktuellen Ausbildungsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), bieten Handelsunternehmen in Deutschland über 30.000 Ausbildungsstellen für die Ausbildung Kaufleute im Einzelhandel und knapp 20.000 Stellen für Verkäufer an. Damit stellen die beiden Kernberufe des Einzelhandels insgesamt mehr als jede zehnte aller angebotenen Ausbildungsstellen und belegen die ersten beiden Plätze im bundesweiten Ranking. Darüber hinaus bieten die Handelsunternehmen in über 60 weiteren Berufen eine Ausbildung an. „Der Handel nimmt auch in Zeiten von Corona seine Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen ernst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Für die Handelsunternehmen beginnt in diesen Tagen die heiße Einstellungsphase für den Ausbildungsstart im Herbst 2020. „Bewerber haben aktuell gute Chancen einen Ausbildungsplatz im Handel zu bekommen“, so Genth weiter.

Derzeit verzeichnet die BA beispielsweise für den dreijährigen Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel noch 19.400 unbesetzte Ausbildungsstellen, beim zweijährigen Ausbildungsberuf Verkäufer/-in sind noch knapp 13.500 Stellen offen. Auch für die Abiturientenprogramme des Handels sind noch rund 6.500 Stellen unbesetzt. Mit diesen Programmen können Hochschulzugangsberechtigte innerhalb von drei Jahren zur Führungskraft im Handel qualifiziert und gleich drei Abschlüsse (eine Ausbildung, eine Fortbildung zum Handelsfachwirt sowie den Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder den Fachwirt im E-Commerce sowie den Ausbilderschein) erreichen. Genth: „Wir beobachten, dass in der Coronakrise vermehrt Online-Recruiting-Prozesse eingesetzt werden und die Zielgruppe Videobewerbungsgespräche sehr gut annimmt. Aber auch das persönliche Kennenlernen im Unternehmen wird dank Ladenöffnungen bald wieder einfacher möglich sein.“ Trotzdem werde es in diesem Jahr zu einer Verschiebung der Einstellungsphase kommen, auch weil schulische Abschlusszeugnisse noch nicht vorliegen. Die Einstellungsgespräche werden in der Folge verstärkt im Sommer, aber auch noch im Herbst 2020 erfolgen.

Mit der Corona-Krise wird die Stimmung der Verbraucher weiterhin von einer Verschlechterung bestimmt. Von Woche zu Woche zeigen sich die negativen Folgen der Coronakrise auch in der Wirtschaft deutlicher. Das HDE-Konsumbarometer fällt im Mai den zweiten Monat in Folge auf einen bisherigen Tiefstwert. Noch nie musste binnen eines Monats ein so großer Rückgang wie jetzt von April bis Mai konstatiert werden. Auch wenn es bereits erste zaghafte Lockerungen bei den Einschränkungen des öffentlichen Lebens gab, nimmt der Pessimismus der Verbraucher weiter zu. Die deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher lässt sich dabei vor allem auf zunehmende Unsicherheiten bei der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes zurückführen. Da die meisten Konsumenten offensichtlich davon ausgehen, künftig weniger Einkommen zur Verfügung zu haben, sind sie bei Anschaffungen entsprechend zurückhaltender.

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08.05.2020