HDE: Digitalisierungsfonds für mittelständischen Handel
HDE: Digitalisierungsfonds für mittelständischen Handel

22.10.2020 | Im Rahmen des am 20. Oktober initiierten ‚Runder Tisch Innenstadt‘ zur Lage der Innenstädte im Bundeswirtschaftsministerium machte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth insbesondere darauf aufmerksam, dass die Lage in vielen Stadtzentren sehr kritisch sei. „Der Einzelhandel als Kernbranche vitaler Innenstädte steht in Folge der Corona-Krise insbesondere im Bekleidungsbereich in vielen Fällen vor der Insolvenz. Am Ende der Krise könnten bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwunden sein. Das hat Auswirkungen auf ganze Innenstädte“, machte Genth in seinen Ausführungen deutlich. Aus diesem Grund befürworte der HDE eine Verlängerung der Überbrückungshilfen des Bundes, denn diese könnten vielen Händlern in den Innenstädten helfen. Parallel sprach sich der HDE für die Unterstützung bei der Digitalisierung der mittelständischen Händler aus. „Die aktuelle Krise führt dazu, dass das Eigenkapital der Handelsunternehmen aufgebraucht ist. Und doch müssen gerade die mittelständischen Händler sich für die Zukunft rüsten. Damit der Mittelstand in unseren Innenstädten in dieser Krise nicht unverschuldet den Anschluss verliert, braucht es ein staatliches Förderprogramm. Ansonsten drohen verödete Stadtzentren“, so Genth. Der HDE schlägt dazu einen Digitalisierungsfonds vor.

So sollen in einem ersten Schritt das schon bestehende Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrum Handel genutzt werden, um die Händler über die Möglichkeiten der Digitalisierung aufzuklären. Das Kompetenzzentrum unter dem Dach des Bundeswirtschaftsministeriums und der Konsortialführerschaft des Handelsverbandes leiste bereits mit Veranstaltungen, Webinaren und einem Digital-Mobil einen großen Beitrag. In einem weiteren Schritt sollen nach Aussage des HDE dann bei interessierten Unternehmen geeignete Maßnahmen eruiert werden. Hier empfiehlt der Verband Digitalisierungscoaches – wie sie in NRW bereits in die Praxis umgesetzt wurden. Die Unternehmen, die eine oder mehrere der von den Coaches empfohlenen Maßnahmen umsetzen möchten, sollten nach dem HDE dafür entsprechende finanzielle Förderungen bekommen. Auch hier gäbe es in NRW bereits ein Projekt mit Vorbildwirkung. Insgesamt wäre für diese Fördermaßnahmen zunächst ein Budget von rund 100 Millionen notwendig. Stefan Genth dazu: „Es geht hier nicht um Subventionen. Es geht darum, Unternehmen zu helfen, die durch die Corona-Krise unverschuldet in Not geraten sind und nun keine finanziellen Mittel mehr haben, um in ihre Zukunft zu investieren.“

Bild: Unsplash

einzelhandel.de

22.10.2020