HDE: Digitalisierung fällt mittelständischem Handel schwer
HDE: Digitalisierung fällt mittelständischem Handel schwer

13.09.2019 | Im Vergleich zum Vorjahr sollen laut dem Handelsverband Deutschland e.V. (HDE) die Umsätze des Einzelhandels in Deutschland um zwei Prozent wachsen. Als Wachstumstreiber wird der Onlinehandel angeführt. Dennoch zeigt eine aktuelle Unternehmerumfrage HDE unter 850 Betrieben aller Größen, Standorte und Vertriebskanäle, dass sich vor allem viele mittelständische Händler mit den Herausforderungen der Digitalisierung schwer tun. „Der Konsum trotzt der Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die Verbraucherstimmung ist weiterhin gut“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die HDE-Prognose für das laufende Jahr rechnet dementsprechend mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf dann rund 537 Milliarden Euro. Preisbereinigt wird das Umsatzplus rund 0,5% betragen. Dabei wächst der stationäre Einzelhandel um nominal 1,3 Prozent, während der Online-Handel seine Erlöse um rund neun Prozent auf 57,8 Milliarden Euro erhöht.

Das Resultat: der E-Commerce nimmt für fast die Hälfte des absoluten Jahreswachstums im Einzelhandel ein. Laut HDE mache die Umfrage deutlich, dass sich die wirtschaftliche Situation im Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert hat. Dennoch sind es wiederholt kleine und mittelständische Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten, die die Lage pessimistischer einschätzen. Zwei Drittel der vom HDE Befragten nutzen den Vertriebsweg Internet nicht. „Wer heutzutage nicht im Internet vertreten ist, existiert für viele Kunden gar nicht mehr. Die Kunden erwarten, dass sie den Händler in der Fußgängerzone und im Internet finden.“

Der HDE führt komplexe Anforderungen an den Datenschutz als eines der Gründe auf, die die Händler vor dem E-Commerce abschrecken. Da nationale Regelungen im globalisierten Online-Handel wirkungslos sind, fordert der HDE Maßnahmen auf EU-Ebene. „Die neue EU-Kommission muss die Regelungen praxisnah gestalten und nicht weiter verkomplizieren“, fordert Genth. Die Digitalisierung ermögliche mehr Wettbewerb im EU-Binnenmarkt. Dieser müsse dann aber auch fair gestaltet werden. Deshalb müssten für Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, aber in der EU tätig sind, dieselben Regeln und Pflichten angewendet werden wie für Unternehmen aus EU-Mitgliedstaaten. Derzeit sei das bei Daten- und Verbraucherschutz sowie Produktsicherheit nicht der Fall.

www.einzelhandel.de

13.09.2019