HDE: Coronakrise fordert unterschiedlich viel Tribut ein
HDE: Coronakrise fordert unterschiedlich viel Tribut ein

04.02.2021 | Die neuesten veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes legen dar, dass die Entwicklung des Einzelhandels im vergangenen Jahr unterschiedlich verlief. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Branche 2020 trotz des Coronajahres ein Umsatzplus von mehr als fünf Prozent erzielen. Einen Verlust von knapp ein Viertel seiner Umsätze musste hingegen der hiesige Textilhandel hinnehmen.

Zeitnahe Hilfen & konkrete Wiedereröffnungspläne

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert im Zuge des aktuellen Lockdowns von der Politik eine schnelle Anpassung und Auszahlung der Überbrückungshilfen an Unternehmen, die wegen der Krise in eine akute Notlage geraten sind. Die Forderungen schließen außerdem eine konkrete Festlegung, wann und unter welchen Rahmenbedingungen eine Wiedereröffnung der Geschäfte erfolgen kann, ein. „2020 war für viele Unternehmen aus den Bereichen Online-Handel und Lebensmittel ein gutes Jahr, bei Möbeln und Baumärkte lief es besser als erwartet. Für die meisten Modehändler dagegen bleibt das vergangene Jahr als Katastrophe in Erinnerung“, fasst HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Situation zusammen. Rund 577 Milliarden Euro setzen der Einzelhandel in Deutschland im vergangenen Jahr um. Wiederholt gewachsen sind die Umsätze des Online-Handels, die um rund ein Viertel auf 72 Milliarden Euro gestiegen sind. Der stationäre Einzelhandel konnte ein Plus von vier Prozent umsetzen, der Modehandel verlor, wie bereits erwähnt, nahezu ein Viertel.

Coronakrise und Maßnahmen setzen zu

Als Ursache für die unterschiedlichen Umsatzentwicklungen werden die Coronakrise und die zur Eindämmung der Pandemie verordneten Maßnahmen benannt. Alleine der Bekleidungseinzelhandel, der seit Mitte Dezember letzten Jahres geschlossen ist, erfuhr einen Umsatzverlust von mehr als Prozent im letzten Monat von 2020. Im gleichen Zeitraum konnte der Online-Handel um 30 Prozent zulegen. „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht entschlossener als bisher ihre Unterstützungsprogramme an die Realitäten im Einzelhandel anpasst, dann treibt die Coronakrise viele Handelsunternehmen in die Insolvenz“, so Genth. Die versprochenen Anpassungen bei der Überbrückungshilfe 3 müssten rasch und konsequent umgesetzt werden, ansonsten kämen sie für viele Händler und Innenstädte zu spät. Zudem insistiert der HDE auf eine langfristig tragfähige Strategie zum Umgang mit der Pandemie. „Die Unternehmen brauchen Verlässlichkeit. Wir benötigen einen transparenten Plan für einen Ausstieg aus dem Lockdown, der sich an realistischen und fundierten Indikatoren orientiert. Wir fordern eine Öffnungsstrategie“, so Genth weiter. Eine solche Öffnungsperspektive dürfe nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden, sondern müsse Ergebnis einer breiten gesellschaftlichen Debatte sein.

Bild: Unsplash

einzelhandel.de

04.02.2021