Handel gegen Ladenschließungen bei Lockdown
Handel gegen Ladenschließungen bei Lockdown

10.12.2020 | Der Handelsverband macht im Zuge der aktuellen Diskussionen um eine Schließung aller Nicht-Lebensmittelgeschäfte deutlich, dass diese nicht als Hotspot zu deklarieren sind. Eine eventuelle Schließung der Geschäfte hätte zur Folge, dass im Weihnachtsgeschäft hohe wirtschaftliche Schäden hervorgerufen werden. „Die steigenden Infektionszahlen machen dem Einzelhandel große Sorgen. Es ist in unser aller Interesse, das Infektionsgeschehen durch effektive und zielgerichtete Maßnahmen rasch wieder unter Kontrolle zu bringen. Dazu leisten wir im Einzelhandel mit der konsequenten Umsetzung umfassender Hygienekonzepte einen wichtigen Beitrag“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die aktuellen Infektionszahlen unter den Beschäftigten des Einzelhandels würden aufzeigen, dass der Einzelhandel unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche kein Infektionshotspot sei. „Offene Läden und die wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie sind kein Widerspruch, eine erneute Schließung vieler Geschäfte ist nicht notwendig“, so Genth weiter. Der Handelsverband befürchtet, dass eine Schließung des Non Food-Handels für den aufgrund der bisherigen Corona-Beschränkungen bereits stark existenzgefährdeten innerstädtischen Handel und insbesondere für den Mittelstand wirtschaftliche Folgen hätte. Genth: „Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist neben der Woche vor Heiligabend die umsatzstärkste Zeit des Weihnachtsgeschäfts.“ Eine Mehrzahl der Händler erwirtschaftet in den Monaten November und Dezember ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Eine erneute Schließung des Nonfood-Handels könnten bis zu eine Milliarde Euro Umsatz pro Tag kosten.

Falls die Ladenschließungen dennoch angeordnet würden, spricht sich der HDE dafür aus, diese frühestens nach Heiligabend, besser erst ab Januar, für einen vorab klar definierten, überschaubaren Zeitraum umzusetzen. „Dann sind aber auch entsprechende staatliche Hilfen für die betroffenen Händler gefordert. Ansonsten kommt es zu einem Flächenbrand in unseren Innenstädten“, fasst Genth zusammen. Hier solle die Politik dann analog zur Gastronomie in den Monaten November und Dezember vorgehen. Um eine möglichst geordnete Abwicklung des Weihnachtsgeschäftes zu gewährleisten und Panikkäufe zu vermeiden, sei es wichtig, dass eine solche Entscheidung nicht zu kurzfristig getroffen werde.

Bild: Unsplash

einzelhandel.de

 

10.12.2020