Handel erfährt 20 Prozent Verlust seines Jahresumsatzes durch Lockdown
Handel erfährt 20 Prozent Verlust seines Jahresumsatzes durch Lockdown

17.12.2020 | Der Handelsverband Deutschland hat seine Prognosen für das Gesamtjahr und das Weihnachtsgeschäft nach dem erneuten Lockdown neu definiert. So erfährt der Nicht-Lebensmittelhandel im Vergleich zum Vorjahr einen Verlust von rund 20 Prozent seines Jahresumsatzes. Gleichzeitig konnte der Online-Handel ein Plus von 20 Prozent einfahren. Der Lockdown hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Protagonisten des Handels: während der Online-Handel und Händler aus dem Lebensmittelbereich positive Ergebnisse erzielen kann, muss der von den Schließungen betroffene Handel ein Fünftel seiner Umsätze abgeben. Für den stationären Handel insgesamt bedeutet das für 2020 ein Minus von 2,7 Prozent. Das entspricht rund 13 Milliarden Euro. „Der Lockdown-Handel verzeichnet in diesem Jahr voraussichtlich Umsatzeinbußen in Höhe von 36 Milliarden Euro. Das kann die Branche ohne passgenaue Hilfen nicht mehr überstehen. Insbesondere im Modehandel stehen viele Betriebe kurz vor der Insolvenz“, fasst HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Situation zusammen. Der HDE tritt deshalb bei der Bundesregierung für eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie beim Umsatzausgleich für den Dezember ein. Der Verband weist darauf hin, dass die Überbrückungshilfen ab dem kommenden Jahr bislang an vielen Stellen nicht vereinbar für den Handel sind. „Die bisher vorgesehenen Hilfen der Bundesregierung sind wichtig, müssen aber noch in vielen Details an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden sowie dann unbürokratisch und schnell ausgezahlt werden“, so Genth. Wenn dies nicht geschehe, gebe es womöglich für bis zu 50.000 Geschäfte mit 250.000 Beschäftigten keine Zukunftsperspektive mehr.

Die Einzelhändler trifft der Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft, der wichtigsten Zeit des Jahres. „Die sonst so umsatzstarke Phase zum Jahresende wird für viele Händler zum Fiasko“, so Genth. In seinen Prognosen sieht der HDE für November und Dezember ein Umsatzminus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr vor. Vergleichsweise kann der Online-Handel im selben Zeitraum seine Umsätze um fast ein Drittel auf knapp 20 Milliarden Euro steigern, während der stationäre Handel ein Minus von 14 Prozent in Kauf nehmen muss. Die stationären Geschäfte, einschließlich des gesamten Lebensmittelhandels, setzen damit im Weihnachtsgeschäft 2020 rund 79 Milliarden Euro um.

Bild: Unsplash

einzelhandel.de

17.12.2020