GermanFashion veröffentlicht Consumer Panel 2020
GermanFashion veröffentlicht Consumer Panel 2020

29.10.2020 | Der Modeverband GermanFashion präsentiert seine aktuelle Studie zum Konsumverhalten im Modebereich. Aspekte wie die derzeitige Pandemie und welche Auswirkungen diese auf das Kaufverhalten des Fashion-Kunden hat wurden unter anderem bei der Marktanalyse, die unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Duncker von der International School of Management (ISM) durchgeführt wurde. Die Studie analysiert die Vorlieben der Deutschen in Bezug auf Kleidungstile, Kaufverhalten, genutzte Informationsquellen, Kaufstätten und weiteres unvoreingenommen und unabhängig. Die Erhebung wurde in diesem Jahr zweimal mit je mehr als 1.000 Befragten durchgeführt: Die erste Erhebung erfolgte direkt vor dem Ausbruch der Corona-Krise Anfang März. Die zweite Erhebung fand Anfang September statt.

Casual-Trend leicht rückläufig

Aus den Auswertungen ist zu entnehmen, dass die Kleidergarderobe der Deutschen heterogen aufgestellt ist. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus der Vor-Corona-Zeit zeigen sich einige Trends: „Grundsätzlich dominieren weiterhin praktische, bequeme und zeitlose Stile,“ berichtet Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion. „Aus dieser Gruppe hat der Anteil der sogenannten zeitlos funktionalen Bekleidungsstücke zugenommen, während nur bequem leicht rückläufig ist.“ Prof. Duncker fügt hinzu, dass insbesondere in jüngeren Zielgruppen der Casual-Trend nicht an erster Stelle steht: „Wir können anhand unserer Ergebnisse sehen, dass gerade in den Kleiderschränken junger Menschen überdurchschnittlich häufig elegante, sehr modische und luxuriöse Kleidungsstile zu finden sind. Da gerade die jungen Menschen in der Modewelt in der Regel die First-Mover sind, liefert dies ein zusätzliches Indiz, dass der Casual-Trend der vergangenen Jahre seinen Zenit überschritten haben könnte.“

Nachfrage nach Nachhaltigkeit nimmt ab

Bei der Frage „Welche der folgenden Kriterien sind Ihnen persönlich bei der Auswahl Ihrer Bekleidung wichtig?“, stehen pragmatische Kriterien bei den Befragten an erster Stelle. Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind für den Durchschnittsverbraucher eine gute Passform, Bequemlichkeit, Komfort sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (mit je rund 95 Prozent). Das Thema Nachhaltigkeit, das in der Modebranche immer mehr an Bedeutung gewinnt, hat bei den Konsumenten eine geringere Rangordnung.

Die Bedeutung von ‚Nachhaltigkeit und umweltfreundlicher Herstellung‘ steht bei den Konsumenten mit 69 Prozent erst an neunter Stelle. Lediglich 48 Prozent der Befragten bewerteten die ‚Verwendung eines Siegels für Nachhaltigkeit oder Biomaterialien‘ als ‚wichtig‘, oder ‚eher wichtig‘. Dieses Auswahlkriterium steht bei den Deutschen erst an zwölfter Stelle. Unter ausschließlicher Berücksichtigung der Antwortmöglichkeit ‚wichtig‘ würden die Ergebnisse für die beiden genannten Auswahlkriterien auf 21 und 11 Prozent sinken, so dass nur für jeden fünften (Nachhaltigkeit), beziehungsweise zehnten Bundesbürger (Verwendung von Siegeln) sind diese Kriterien explizit wichtig. Seit dem Ausbruch von Corona ist die Beurteilung rückläufig – insbesondere hinsichtlich der Relevanz von ‚Nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung‘ sei die Bedeutung dieses Kriteriums innerhalb von wenigen Monaten um zehn Prozentpunkte gesunken.

Bedeutung des stationären Modefachhandels nimmt zu

Beim Kauf von Kleidung setzen 50 Prozent der Befragten weiterhin auf vertikale Anbieter (wie H&M, C&A, Zara u. a.). Dicht gefolgt vom stationären Fachhandel vor Ort, der im Vergleich zur ersten Erhebung sogar zugelegt hat (von 42 Prozent auf 44 Prozent), wie die stationären Geschäfte der Bekleidungshersteller (+ 1 Prozentpunkt). Onlineportale konnten ihre Reichweite jeweils um etwa drei Prozentpunkte steigern. „Deutlich weniger als auf Basis vieler Artikel zum ‚Boom des Online-Handels‘ erwartet“, erläutert Prof. Duncker. In der aktuell steigenden Relevanz der Händler vor Ort sieht GermanFashion eine große Chance: „Die Zusammenarbeit mit dem stationären Einzelhandel vor Ort sowie die bessere online/offline Vernetzung bindet unsere Kunden stärker an uns,“ resümiert Gerd Oliver Seidensticker.

Modefachhandel punktet als Informationsgeber

Auch bei der Informationsbeschaffung der Deutschen beim Thema Mode steht der stationäre Handel an erster Stelle. Mit 42 Prozent werden Bekleidungsgeschäfte als häufigste Informationsquelle für die Themen Mode und Bekleidung genannt – mit steigender Tendenz (Plus drei Prozentpunkte). Die Online-Auftritte der Bekleidungshändler stehen mit 25 Prozent an zweiter Stelle (Plus zwei Prozentpunkte). Gerd Oliver Seidensticker dazu: „Der Kunde ist da, er ist vor Ort, in unseren Geschäften und in denen des Handels. Halten wir ihn dort, geben wir ihm den Service und die Beratung, die er benötigt und er wird auch kaufen!“

Bild: Unsplash

germanfashion.net

29.10.2020