GermanFashion: China als Produktionsland kurzfristig nicht zu ersetzen
GermanFashion: China als Produktionsland kurzfristig nicht zu ersetzen

06.03.2020 | Am 03. März 2020 gab GermanFashion im Rahmen einer Pressekonferenz einen Überblick über den Status Quo der deutschen Modebranche. „Mit einem leichten Minus von rund einem Prozent im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigen die Gesamtumsätze der Bekleidungsbranche eine den gemäßigten Erwartungen des letzten Jahres entsprechende Situation“, beschreibt Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion, die wirtschaftliche Situation. Besonders positiv hebt Seidensticker die Exportentwicklung hervor: „Die Exportmärkte präsentieren sich weiterhin erfreulich stark, während wir es insbesondere auf dem Beschaffungsmarkt China mit einer, bedingt durch das Corona Virus, schwierigen Situation zu tun haben.“

Jahrelang vorne mit dabei schlossen die Hersteller der Arbeits- und Berufsbekleidung das Jahr mit einer schwarzen Null. „Dies ist ein Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft zurzeit nicht besonders investitionsfreudig ist und große Unternehmen trotz insgesamt guter Konsumlage auf Kurzarbeit setzen“, erklärt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion. „Doch insgesamt können wir sagen, dass sich der Minustrend des Vorjahres erfreulicherweise verlangsamt hat.“ Insgesamt erwirtschaftete die deutsche Bekleidungsindustrie im vergangenen Jahr einen geschätzten Umsatz von rund elf Milliarden Euro.

In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona Virus unter den Mitgliedern des deutschen Modeverbandes liegen noch keine konkreten Lösungen bezogen auf den Produktionsstandort China vor: „China ist als Produktionsland kurz oder mittelfristig nicht zu ersetzen, ganz besonders nicht durch Ersatzlösungen, die nun hektisch gesucht werden. Sicherlich werden aber einige Unternehmen für die Zukunft überlegen, wie sie ihre hochentwickelte Supply Chain unempfindlicher gegen Störungen wie diese gestalten können“. Mit einem leichten Zuwachs in 2019 liegt China weiterhin an der Spitze der Importländer gefolgt von Bangladesch, Türkei, Italien, Indien, Vietnam, Kambodscha, Pakistan, Niederlande und Polen.

Deutsche Marken punkten hingegen 2019 beim Bekleidungsexport: Die Gesamtumsätze zeigen auf allen internationalen Märkten einen Zuwachs von 5,6 Prozent. Auf dem außereuropäischen Markt erreichten deutsche Hersteller in ein Umsatzplus von zwei Prozent. „Deutsche Marken genießen auch außerhalb ihrer bewährten europäischen Heimat mit ihrer Qualität, ihrer guten Passform und ihrem Design einen sehr guten Ruf und behaupten sich gegenüber internationalen Fast Fashion Anbietern“, betont Gerd Oliver Seidensticker von der gleichnamigen Unternehmensgruppe.

www.germanfashion.net

 

06.03.2020