German Fashion: Mode im Minus
German Fashion: Mode im Minus

27.08.2020 | Mit einer Statistik offenbart German Fashion, dass das erste Halbjahr 2020 mit einem Umsatzminus von knapp 20 Prozent im gesamten Bekleidungssektor abgeschlossen wurde. „Natürlich überrascht diese Zahl aufgrund des Shut Downs und der gesamten Corona-Stimmungslage nicht“, sagt Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes German Fashion. „Besonders hart trifft es die Hersteller der klassischen Business- und anlassbezogenen Bekleidung insbesondere im Herrenbereich. Hier fehlten die Anlässe zur Zeit des Shut Downs, Homeoffice und Anzug passen nicht zusammen und diese Käufe werden von den Verbrauchern einfach nicht nachgeholt“, beschreibt Seidensticker das Dilemma. Weiterhin zeigen die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das 1. Halbjahr 2020 bei den Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 6 Prozent sowie -9 Prozent bei der Anzahl der Betriebsstätten.

Auch der Export, bisheriger Erfolgstreiber der deutschen Unternehmen, ist massiv eingebrochen. „Mit einem Umsatzminus von rund 10 Prozent ist es seit Aufzeichnung der Statistik bei German Fashion das erste Mal, dass ein Minuszeichen vor dem Umsatz steht, also seit mindestens 30 Jahren“, erklärt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von German Fashion. Bei den wichtigsten zehn Exportländern der Branche liegt folgende Rangliste vor: Schweiz, Polen, Österreich, Frankreich, Niederlande, Italien, Belgien, Vereinigtes Königreich, Tschechien und Spanien. Das Vereinigte Königreich zeigt nominal die stärksten Umsatzeinbußen aller Exportländer mit einem Minus von 30 Prozent. Hier wirken Pandemie und Brexit. Das zweitstärkste Minus findet man mit -24 Prozent im gebeutelten Spanien. Im Importbereich gibt es ein Ergebnis von knapp 18 Prozent. Nach China sind die wichtigsten Importländer im ersten Halbjahr 2020: Bangladesch, Türkei, Indien Italien, Vietnam, Pakistan, Kambodscha und Niederlande. Insgesamt zeigt sich ein Einfuhrminus von 12 Prozent.

„Die Corona Pandemie hat die Modebranche in eine tiefe Krise gestürzt. Viele unserer Unternehmen sind auf Hilfe vom Staat angewiesen – in einigen Fällen werden Insolvenzen nicht zu verhindern sein“, beschreibt Gerd Oliver Seidensticker die Lage.

https://www.germanfashion.net/

27.08.2020