Bube & König: Erfahrung macht uns reifer
Bube & König: Erfahrung macht uns reifer

06.05.2020 | Die Krise ist bei den meisten Menschen zum festen Bestandteil ihres Lebens geworden. Auch der Einzelhandel geht mit individuellen Maßnahmen an die neue Normalität heran. Viele Händler setzen dabei auf Selbstbesinnung und Hervorhebung von eigenen Stärken. Die Münchner Marke Standard Project fragte bei den Inhabern und Geschäftsführern des Nürnberger Stores ‚Bube & König‘ nach, welches Resümee sie für sich aus der aktuellen Situation ziehen können. Steven Kautler und Raimar Bradt fassen ihre Eindrücke und Erfahrungen der letzten Wochen zusammen.

Wie gehen Sie mit der aktuellen Situation um?

„Natürlich ist auch bei uns die Situation angespannt, wir überlegen jeden Tag aufs Neue, wie wir am besten damit umgehen. Wir versuchen stets, das Positive zu filtern und machen das Beste draus!“

Welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen?

„Wir haben Social Media clever eingesetzt und über Instagram viel Werbung zu unserer Ware geschalten. Die Kunden haben diese dann entweder abgeholt oder wir haben sie zu ihnen geliefert. Darüber hinaus haben auch viele Kunden bei uns Gutscheine gekauft und wir haben bei der Crowdfundingplattform ‚Startnext‘ mitgemacht. Dabei wurden circa 4.500 Euro gespendet.“

Welche Produkte sind aktuell und werden wichtiger für die Kunden?

„Wir hoffen, dass die Kunden mehr über den Konsum nachdenken und hinterfragen, wo die Ware herkommt und wer und was hinter den Produkten steht – insbesondere die Produktionsbedingungen und die Verarbeitung. Auch regional hergestellte Produkte, die ohne großen Transportwege auskommen, werden wichtiger.“

Abseits von Produkten: Was muss der Handel den Kunden in der momentanen Situation bieten?

„Ein Sortiment, dass auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht: Wir suchen schon immer Sachen, die fair produziert werden und bei denen eine hohe Qualität erkennbar ist! In der Regel sind das Firmen aus Deutschland, Dänemark, England, den USA etc. Ich denke und wünsche mir, dass die Kunden und auch wir selbst ein bisschen mehr darauf achten, was wir kaufen. Und ich hoffe, dass wenn jemandem dafür die finanziellen Mittel fehlen, er zumindest weiß, was richtig und was falsch ist! Ich denke, damit wäre uns allen geholfen, wenn wir ein gesundes Mittelmaß finden würden.“

Welche Chancen und Möglichkeiten bieten sich für den Handel in der aktuellen Situation, um sich vom Onlinehandel abzusetzen?

„Qualität zahlt sich meiner Meinung nach immer aus, egal ob beim Service oder beim Produkt. Ich hoffe, dass die aktuelle Situation eine positive Auswirkung für uns alle haben könnte.“

Hatten Sie ein besonders schönes / positives Erlebnis in der letzten Zeit?

„Ja, sogar sehr viele! Beispielsweise haben unsere Vermieter die Miete für ein paar Monate gestrichen. Auch haben uns viele Kunden supportet, indem sie entweder bei uns gekauft haben, oder aber auch einfach nur uns geschrieben und unsere Instagram Postings geteilt haben und und und. Mit so viel Hilfe haben wir nicht gerechnet. Aber nicht nur mit den Kunden haben wir positive Erlebnisse geteilt, auch intern wächst man meiner Meinung nach durch solche Erfahrungen zusammen. Ob durch gemeinsames Nähen oder Geschichten erzählen, solche Erfahrungen machen uns insgesamt reifer. Wegen manchen Aktionen musste ich sogar weinen, da ich es echt nicht erwartet habe. Unser Credo ist und bleibt: ‚Zammhalten und supporten‘! Das sollte ein Grundgedanke für uns alle werden.

Bildmaterial: ©Grischa Jäger 

www.bubeundkoenig.de

www.standard-project.com  

06.05.2020