BTE fordert mehr Unterstützung für stationären Modehandel
BTE fordert mehr Unterstützung für stationären Modehandel

18.08.2020 | Bedingt durch die Corona Pandemie erfahren der stationäre Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel Umsatzverluste und bleiben weiterhin deutlich unter den Vorjahreszahlen. Das Statistische Bundesamt gab jetzt bekannt, dass der Umsatz des „stationären Einzelhandels mit Bekleidung“ im ersten Halbjahr um 30, 5 Prozentgefallen ist. Auch Schuhhäuser und Lederwarengeschäfte weisen ein Umsatzminus in Höhe von 30,1 Prozent beziehungsweise 25,3 Prozent auf. „Im Juli und August sind die Umsatzverluste zwar geringer geworden, im Gesamtjahr 2020 wird die Branche aber sicherlich massive Verluste erleiden“, berichtet Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des BTE Handelsverband Textil. Aufgrund dieser Prognose sorgen sich die Handelsverbände BTE, BDSE und BLE um die Existenz tausender Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäfte. Zahlreiche Unternehmen würden auf der Kippe stehen, weil die Kosten, unter anderem Miete, Gehälter und Bezahlung der Ware, nicht oder nicht ausreichend an die aktuelle Situation angepasst werden konnten. Viele mittelständische Händler mussten dabei auf ihr Eigenkapital und somit auf ihre Altersvorsorge zurückgreifen. „Wenn hier keine weiteren Hilfen oder Entlastungen kommen, rechnen wir in den nächsten Monaten mit tausenden Geschäftsschließungen“, prognostiziert Pangels.

Insbesondere die Ungleichbehandlung von stationärem Fachhandel und Online-Verkäufern durch den Gesetzgeber, die zu massiven Marktverschiebungen geführt hat, sehen die Verbände als großes Problem an. Während Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäfte im März/April ihre Türen schließen mussten, durfte der Onlinehandel weiterhin Waren verkaufen. So konnte dieser speziell im Bereich Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren im ersten Halbjahr um 10,2 Prozent zulegen. Pangels resümiert: „Die Schere zwischen stationärem und Online-Handel ist durch politische Entscheidungen weiter auseinander gegangen“.

Vor diesem Hintergrund fordern BTE, BDSE und BLE weitere konkrete Hilfen von Bund, Ländern und Gemeinden speziell für den innerstädtischen Handel, der vor allem von Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäften geprägt ist. Als Maßnahmen werden die Stärkung der Cities durch Eindämmung des Flächenzuwachses außerhalb der Innenstädte, eine gute Erreichbarkeit auch mit dem PKW, Investitionen in die Aufenthaltsqualität in punkto Optik und Sicherheit, unbürokratische Möglichkeiten zur Durchführung verkaufsoffener Sonntage sowie ein effizientes Citymarketing vorgeschlagen. „Wenn die Politik auch künftig noch lebenswerte Innenstädte mit einem attraktiven, Steuer zahlenden und Arbeitsplätze schaffenden Einzelhandel wünscht, muss sie ihre Hilfen und Fördermittel deutlich steigern“, schließt Rolf Pangels seine Ausführungen.

www.bte.de, www.bdse.org, www.lederwareneinzelhandel.de

18.08.2020