BTE, BDSE und BLE bestehen auf bedarfsgerechte Saisontaktung
BTE, BDSE und BLE bestehen auf bedarfsgerechte Saisontaktung

22.05.2020 | Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass eine Vielzahl der Modehersteller dazu übergegangen ist, ihre aktuelle FS-Saison Ware länger anzubieten und Reduzierungen erst ab Ende Juli stattfinden zu lassen. Somit ergibt sich auch eine spätere Anlieferung der Herbstware. Die Institutionen BTE, BDSE und BLE fordern jetzt, dass diese Maßnahmen nicht nur dieses Jahr gelten, sondern langfristig das Angebot der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche bedarfsgerechter und nachfrageorientierter anzubieten. Die Verbände sehen darin jetzt die einzige Chance, dass der gesamte mittelständische Outfithandel und seine Lieferanten künftig gegen ihre vertikalen Handelskonkurrenten bestehen können. 

Die deutlich stärkere Bedarfsorientierung des Warenangebots sei für die Mehrzahl der Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte betriebswirtschaftlich absolut notwendig und habe sich in der Praxis bereits bewährt. Begründet wird diese These damit, dass viele Kunden mittlerweile näher am Bedarf kaufen und dieses Verhalten sich durch die Corona-Krise noch verstärken dürfe. BTE, BDSE und BLE insistieren daher, dass die Corona-bedingte Saisonverschiebung keine Ausnahme sein darf, sondern in den nächsten Jahren zur neuen Normalität werden muss. Eine wichtige Grundlage für dieses Vorhaben bildet die Order. Es wird vorgeschlagen, dass für das marktstarke mittlere Genre es ausreiche, die Orderbudgets für die Saison FS 2021 ab Anfang August anzugehen und im Laufe der ersten beiden Augustwochen festzulegen. Denn erst zu diesem Zeitpunkt sei eine realistische Einschätzung des Saisonverlaufs FS 2020 sowie ein Ausblick auf das restliche Jahr möglich, mit der sich schlussendlich das kommende Jahr planen lässt. Daraus resultiere eine Kollektions-Sichtung und Ordervergabe für FS 2021, die nicht vor Mitte August beginnend durchführbar sei. Auch für die darauffolgende Saison (HW 2021) halte man Überarbeitung der Orderbudgets erst Anfang Februar für sinnvoll. Der Sichtungs- und Orderzeitraum HW 2021 darf nach Ansicht der Verbände daher im konsumigen Markt nicht vor dem 15. Februar beginnen.

Ein weiterer Punkt dürfe in Zukunft nicht missachtet werden: So ist man der Ansicht, dass die gesamte Branche an Schnelligkeit zulegen muss. Speziell wenn in Europa oder angrenzenden Ländern produziert wird, müsse eine kurzfristigere Reaktion auf neue Trends möglich sein. Ein Zeitraum von sechs Monaten zwischen Ordervergabe und Auslieferung sei im Vergleich zu schnellen vertikalen Anbietern absolut nicht konkurrenzfähig. Als Fazit geben die Verbände an, dass die aktuelle Krise als eine Chance angesehen werden muss, die bisherige, nicht wettbewerbsfähige Saisontaktung an den realen Bedarfsansprüchen und Nachfragen anzupassen. Preiskämpfe vor dem Bedarfshöhepunkt sind geschäftsschädigend. Zum Schluss werden Messen und Orderzentren aufgefordert, sich der neuen Taktung anzupassen und ihre Veranstaltungen an den neuen Saisonrhythmen anzupassen.

www.bte.de

www.bdse.org

www.ble.de

22.05.2020