Wolfgang Lohe, Geschäftsführender Gesellschafter/Managing Director Shareholder Better Rich
Better Rich: Zeit für neue Lösungen

27.03.2020 | „Wir sitzen alle im selben Boot. Tag für Tag beobachten, zuhören und lernen, mit den Ereignissen optimal umzugehen, lautet die Devise von Wolfgang Lohe, geschäftsführender Gesellschafter von Better Rich.“

as beschäftigt Sie in diesen Zeiten? Was ist im Moment ihre größte Herausforderung? „Wir sind dabei zu analysieren, wo wir stehen und wie wir gemeinsame Lösungen mit unseren Partnern finden. Die Frühjahr/Sommer Auslieferung haben wir aufgrund der geschlossenen Läden bis auf weiteres gestoppt und von daher macht es auch keinen Sinn Ware zu liefern. Aber wenn wir alle Stornos annehmen müssten, wäre das letztendlich ein verlagertes Problem und wir können auch zumachen. Wir brauchen nachher auch Sichtbarkeit im Einzelhandel und daher auch das Vertrauen, das er uns durch die Orders ausgesprochen hat. Wir müssen uns jetzt partnerschaftlich unterhalten wie es weiter gehen kann und welche Warenlieferungen wir verschieben können, aber das kann im Moment noch niemand genau absehen. Wir bekommen viel Zuspruch aus dem Einzelhandel ´wir machen uns keine Sorgen`, und danach werden wir uns gemeinsam über die Wareninhalte und Mengen unterhalten. In den Telefonaten spüren wir aber auch, dass im Moment  jeder mich sich selbst beschäftigt ist und zusehen muss, dass er sich erst einmal sortiert.“

Wie reagieren Sie auf die Herausforderungen? „Wir haben einen Brief an unsere Handelspartner geschrieben, dass wir uns aufgrund der aktuellen Geschehnisse in einer für uns nie dagewesenen und äußerst herausfordernden Situation befinden. Weiter heißt es im Wortlaut: Für uns alle ist es zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, eine Prognose auf die aktuelle und die bevorstehende Herbst/Winter Saison zu treffen. Wir möchten Sie bitten, nicht in Panik zu verfallen und versichern Ihnen heute, dass wir zu gegebener Zeit eine gemeinsame und partnerschaftliche Lösung finden werden. Unser Vertriebsteam steht schon heute in den Startlöchern, um Sie bei gegebener Zeit bestmöglich zu unterstützen.“

Was ist im Moment das Positivste, was Sie aus dieser Situation ziehen? Welche Chancen sehen Sie? „Bei der bereits ausgelieferten Waren hatten wir bis zur Schließung der Stores schon eine Abverkaufsquote von 25 Prozent. Ich sehe das für uns insofern entspannter, da wir durch die Neukundengewinnung in jedem Fall ein Plus machen werden. Trotzdem haben wir den hohen Anspruch mit einem blauen Auge für uns und unsere Kunden davonzukommen, so dass wir alle Ergebnisse erzielen, die Sinn machen und nachvollziehbar sind.

Generell müssen wir uns klar darüber sein, dass sich die Welt erst einmal vier bis sechs Wochen langsamer drehen wird und danach müssen wir alles dafür tun, das es weitergeht. Vor allen Dingen muss die Wirtschaftlichkeit gesichert sein und zwar selbstschaffend und nicht durch Auftragsstornierungen. Überall wo es eine Herausforderung gibt, gibt es auch eine Lösung, die wir uns alle erarbeiten müssen. Das Gute ist, dass wir nun die Zeit haben neue Lösungen zu finden. Raus aus der Komfortzone und in Ruhe mit Dingen beschäftigen, die wir vor uns her geschoben haben oder die sonst nebenher laufen.  Dazu gehören Datenanalyse, Wirtschaftlichkeit und Kosten überprüfen, Kundenlisten und Kontakte analysieren, und wir können uns entspannt überlegen, wie wir die nächste Saison angehen.“

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27.03.2020