Picard beendet Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
Picard beendet Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

03.03.2021 | Die Marke Picard hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen und ist wieder zu 100 Prozent in Eigenkontrolle geschäftsfähig. Aufgrund von Corona-bedingten Umsatzverlusten und den hohen Umsatzanteil von Galeria Karstadt Kaufhof hatte das Familienunternehmen im Mai 2020 ein Schutzschirmverfahren beantragt, dem Ende August 2020 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung folgte. Am 18.12.2020 bestätigten die Gläubiger in der Gläubigerversammlung den Insolvenzplan mit einer Planquote jenseits der 60 Prozent. Die Aufhebung des Verfahrens wurde am 25. Februar 2021 offiziell gültig.

Umstrukturierungsmaßnahmen

Im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen wurde die Anzahl von eigenen Shops von 14 auf neun reduziert, die sich nun ausschließlich in den Flughäfen Frankfurt, Berlin, Stuttgart und München befinden. Darüber hinaus trennte sich das Unternehmen von 40 Mitarbeiter:innen, die nun neun Monate Zeit haben, sich über eine Transfergesellschaft coachen zu lassen und einen anderen Arbeitsplatz zu finden. Zusätzlich wurde im Juni 2020 das Picard-Werk in Tunesien geschlossen. Die Kollektionen werden weiterhin in Deutschland, der Ukraine und Bangladesch in eigenen Werken gefertigt. „Die Erhaltung unserer Manufakturen war uns eine Herzensangelegenheit. Nur so kann das Know-how des Feintäschnerhandwerks erhalten werden und wir können diesen Beruf weiterhin mit unseren Meistern begleitend ausbilden“, erklärt Georg Picard, Geschäftsführer Picard Lederwaren GmbH & Co. KG.

Blick nach vorne

Das Unternehmen hat für die Zukunft weitere Maßnahmen in Angriff genommen. So wurde die Kollektion gestrafft, die erfolgreichen Basic-Serien mit NOS-Funktion für Damen und Herren bilden aber weiterhin das Grundgerüst. Ergänzt werden diese durch ein saisonales High-Fashion-Programm aus Leder und Synthetik, bei dem die Nachhaltigkeit bei der Materialauswahl eine entscheidende Rolle spielt. Neben den Ledern, die zum Großteil aus von der LWG-zertifizierten Gerbereien stammen, werden synthetische Obermaterialien sukzessive durch recycelte Synthetics ersetzt, vollständig bis spätestens 2023. „Wir freuen uns als Familienunternehmen im Normalbetrieb mit einer soliden Kapitalbasis und mit einem klaren Konzept für die Zukunft in das neue Jahr zu starten“, so Georg Picard weiter.

Bild: Georg Picard

picard-lederwaren.de

03.03.2021