Neue Perspektiven – 3 Fragen an Sara Linke, Jado Fashion
Sara Linke (rechts) mit Mitarbeitern

09.07.2021 | Im sächsischen Hohenstein-Ernstthal sorgt Sara Linke seit Mitte vergangenen Jahres bei Jado Fashion für frischen Wind. Die Designerin machte sich im Corona-Jahr selbständig und wurde Geschäftsführerin der Traditionsmarke. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiter:innen setzte Linke sukzessive ihre Idee von einem modernen und nachhaltigen Unternehmen um. Wir baten sie in einem Kurzinterview, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und uns einen exlusiven Einblick in die Welt von Jado Fashion zu gewähren. 

Können Sie uns in Ihren Worten kurz die Geschichte des Unternehmens und seine Philosophie erklären?

Jado Fashion ist eine Traditionsmarke und steht für gepflegte Tag- und Nachtwäsche. Von 1996 bis 2020 war das Label reine Männersache und ausschließlich im B2B-Handel erhältlich. Aber mir war sofort klar, dass in Jado weitaus mehr Potential schlummert. Seit genau einem Jahr beleben wir die Marke mit neuem Spirit. Beispielsweise kombinieren wir gute Passformen mit hochwertigen Materialien, die bereits seit Jahren das Aushängeschild der Marke sind, mit neuen nachhaltigen Ansätzen und frischen Designlösungen. Eine eigene Textilproduktion in Deutschland gehört fest zu unserer Markenphilosophie, denn es geht nicht nur um ein gutes Tragegefühl, sondern auch darum, Verantwortung zu übernehmen.

Sie setzen auf Lokalität (Made in Sachsen), Transparenz und Nachhaltigkeit. Wie werden diese Themen bei Ihnen im Unternehmen gelebt, wie wirken sich diese auf Ihre Produkte aus?

Nach dem ersten Geschäftsjahr bin ich überaus glücklich und auch ein bisschen stolz, dass wir nicht nur die Mitarbeiter:innen übernehmen, sondern seitdem auch Auszubildende und neue Kolleg:innen einstellen konnten. Ständig hört man von Werken, die ihre Produktionen schließen, Angestellte entlassen und ins Ausland verlagern. Auch in der Beschaffung gehen wir bewusst und nachhaltig vor. Unsere Hauptlieferanten für Stoffe sitzen in Sachsen, weitere in Österreich, Portugal sowie Polen. Aber auch im Kleinen achten wir auf unseren Eco Footprint, zum Beispiel versenden wir im Onlineshop komplett plastikfrei, teilweise unverpackt beziehungsweise nur in Papier eingeschlagen. Neben unseren NOS-Artikeln fertigen wir oft on demand, was deutlich ressourcenschonender ist.

Sie haben erst im vergangenen Jahr das Unternehmen übernommen. Kein leichtes Unterfangen im Pandemiejahr. Was hat Sie motiviert, das Ganze dennoch anzugehen, mit welchen Herausforderungen wurden Sie konfrontiert und welche Zukunftspläne halten Sie für Ihr Unternehmen sowie Ihren Handelspartner:innen bereit?

Besonders motiviert hat mich, dass ich durch die Übernahme des Betriebs, die wertvolle Chance erhalten habe, neue Perspektiven in meiner Heimatregion zu schaffen. Ich persönlich habe nach dem Studium leider nur 300 Kilometer entfernt einen Job gefunden. Neben unserer Eigenmarke Jado haben wir die Möglichkeit, ein innovatives, modernes Unternehmen zu erschaffen. Wir arbeiten kreativ mit Label- und Designerkund:innen zusammen, produzieren für Versandhandel und Kataloge, haben tolle Partnerbetriebe im europäischen Ausland. Unser Leistungsportfolio reicht von der Idee über das Sourcing bis hin zur Produktion, Logistik sowie Versand. Natürlich bringt jeder Tag seine Herausforderungen mit sich. Gemeinsam mit der Belegschaft sind wir zu einem flexiblen und agilen Team gewachsen. Neue, alternative Vertriebswege mussten und müssen erschlossen werden. Da haben wir bereits einige Hürden gemeistert. In Zukunft werden wir noch intensiver an unserer Positionierung arbeiten und so ein klares Warenbild liefern. Wir müssen unsere Stärken, wie Größenkompetenz, weiter ausspielen. Durch unseren Direktvertrieb lernen wir unseren Kundenkreis immer besser kennen und können kurzfristig testen sowie reagieren. Von diesen Insights profitieren natürlich auch unsere Handelspartner:innen.

Bild oben: Sara Linke (rechts) mit Mitarbeiter:innen

Bild unten: Designskizzen Jado Fashion

jadofashion.de

 

09.07.2021