3 Fragen an Mango über Nachhaltigkeit
Zwei Models posieren für Mangoam Ufer

26.03.2021 | Keine Frage, Mango gehört zu den Global Playern der Fast-Fashion-Industrie. Und Nachhaltigkeitsziele zu deklarieren, ist en Vogue. Die spanische Brand ist aber sehr explizit bei ihren Vorhaben und deklariert zum Beispiel ihren Verzicht auf Plastikverpackungen in der gesamten Lieferkette und hat auf der Tier-1-Ebene eine Liste der Herstellerbetriebe publik gemacht.  Aber nach welchen Kriterien sucht Mango eigentlich seine Lieferanten aus? Und wie steht der Textilriese zum Thema Überproduktion? Wie kann Nachhaltigkeit für Fast-Fashion überhaupt funktionieren? Wir haben nachgefragt und Beatriz Bayo, CSR Director von Mango, hat geantwortet. 

Mango hat letztes Jahr die Lieferkette auf Tier 1-Ebene transparent gemacht, was für alle online einzusehen ist. Was hat den Impuls dazu gegeben?  
Wir sind überzeugt davon, dass es für uns wichtig ist transparent zu sein. Daher haben wir auf unserer Website die Liste der Tier-1-Fabriken, die für Mango in 2020 produziert haben veröffentlicht. Wir sind das erste große spanische Unternehmen im Modesegment, das dies gemacht hat. Die Daten, die wir über unsere Lieferkette zur Verfügung stellen, werden nach und nach erweitert. Wir sehen betrachten Transparenz dieser Art als ein  gewaltiges Tool, um die Rechte der Arbeiter:innen in der Bekleidungsindustrie zu fördern und das entspricht auch dem Kern der CSR bei Mango. Darüber hinaus werden so auch gute Praktiken in der Branche angeschoben. Das ist ein signifikanter Schritt, der auch für andere Branchen funktionieren kann, nicht nur für die Mode- und Textilindustrie. Wir wissen, dass es nicht genug ist und wir müssen noch tiefergehend agieren, wenn wir unser Engagement hinsichtlich unserer Lieferkette wirklich sicherstellen wollen. Das haben wir bereits in unserem CSR-Strategieplan für die nächsten zwei Jahre festgelegt. Tier-1 war nur der erste Schritt. Wir arbeiten daran mit Tier-2 und -3 fortzuschreiten – gemeinsam mit unseren Lieferanten.  

Aus den Nachhaltigkeitszielen geht hervor, dass Mango bis 2025 zu 100 Prozent nur noch nachhaltige Baumwolle, zu 50 Prozent recyceltes Polyester und bis 2030 Zellulosefasern aus kontrolliertem Anbau für seine Kollektionen verwenden möchte. Ein Problem bei der Beschaffung nachhaltiger Materialien ist, dass diese oft  nicht in so großer Menge auf dem Markt sind. So ist  beispielsweise der Marktanteil von Biobaumwolle laut verschiedenen Quellen von 2019 noch immer unter einem Prozent. Aber laut WWF sind fast 50 Prozent aller Textilien weltweit aus Baumwolle. Was kann Mango tun, damit sich das zum Besseren verändert? Und wie kann das Unternehmen sein Nachhaltigkeitsziel, 100 Prozent nachhaltige Baumwolle bis 2025 einzusetzen, überhaupt erreichen? 
Wir sind voll und ganz unseren Zielen verpflichtet, sprich: unsere Umweltbelastung zu reduzieren. Und wir arbeiten sehr hart daran, diese Ziele zu erreichen, um die Anforderungen der Industrie zu erfüllen. In Anbetracht der globalen Tätigkeit von Mango und mit Blick auf unsere sozialen und umweltbedingten Auswirkungen haben wir schon vor einiger Zeit erkannt, dass die Textilindustrie sich in dieser Hinsicht zu einem nachhaltigeren Modell verändern muss, um bestehen zu können. 
Nachhaltige Baumwolle ist laut der Definition von Mango eine Baumwolle, die eine geringere Umweltbelastung im Vergleich zu konventioneller Baumwolle darstellt. Das beinhaltet die Verwendung von Biobaumwolle, recycelter Baumwolle sowie Mangos Support von BCI -Baumwolle. Mango unterstützt als Mitglied der BCI seit 2018 positive Praktiken im Bereich Baumwolle, um die Beschaffung von Baumwolle, die nachhaltiger angebaut wird, zu fördern. Wir fühlen uns verpflichtet, unseren Support für nachhaltige Baumwolloptionen fortzusetzen und werden auch weiterhin Optionen suchen, um nachhaltigere Alternativen zu konventionellen Materialien zu finden. 

Ein großes Thema auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mode- und Textilindustrie ist die Überproduktion von Kleidung. Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr bereits Ideen, wie ihr das angehen könnt? 
Eine der tragenden Säule des CSR-Nachhaltigkeitsplans ist Kreislaufwirtschaft. Dieser Pfeiler umfasst Initiativen wie das ‚Mango Second Chances In-Store Textile Recycling Program‘. 
Dabei geht es um den vermehrten Einsatz von recycelten Fasern und daran zu arbeiten, Schnittabfälle rückzugewinnen und wiederzuverwerten.  Hinzu kommt, dass Mango ein Filialnetz hat und mit NGOs und externen Partnern kooperiert, um Textilabfälle zu reduzieren und sicherzustellen, dass alle Kleidungsstücke je nach Beschaffenheit und Zustand wiederverwendet oder recycelt werden. Mango verfügt derzeit über 610 ‚Second Chances‘-Rücknahmecontainer in elf Ländern. Auf diese Weise und in Übereinstimmung mit SDG 12 (Sustainable Development Goal for Responsible Consumption) hat Mango seine Verantwortung als Produzent von textilen Abfällen ausgebaut und bietet seinen Kund:innen die Möglichkeit, gebrauchter Kleidung und Schuhen eine ‚Second Chance‘ zu geben. Kund:innen können Textilien und Schuhe aller Marken in unseren ‚Second Chance-Containern abgeben und damit sicherstellen, dass diese wiederverwendet oder recycelt werden. Alles wird klassifiziert und von lokalen Partnern verwaltet, die mit Menschen zusammenarbeiten, die von sozialer Exklusion bedroht sind. Auf diese Weise trägt das ‚Second Chance‘-Projekt zu einer nachhaltigen und sozial verantwortlichen Kreislaufwirtschaft bei. 

mango.com  
 
 

26.03.2021