Meyer & Nehls über Lockdown und Abverkäufe
Meyer & Nehls über Lockdown und Abverkäufe

10.03.2021 | Das geschäftsführende Ehepaar Frank und Lars Nehls von Meyer &  Nehls in Berlins Bleibtreustraße atmet auf. „Wir dürfen unsere Kundinnen wieder im Geschäft empfangen und ihnen die Frühjahresware nahebringen.“ Bis spät in die Nacht verhandelten Ministerpräsident:innen und Bundesminister:innen letzten Mittwoch um das weitere Vorgehen in der Covid-19 Krise. Wir haben Frank und Lars Nehl ein paar Fragen gestellt.

Wie gut konnten Sie Ihre Winterware abverkaufen?
Wir haben recht überschaubare Bestände an Winterware. Die Wintersaison beginnt bei uns schon im Sommer. Unsere Kundinnen sind immer früh dran. Mitte Dezember ist bei uns die Wintersaison so gut wie gelaufen. Klar, das ein oder andere Teil hätten wir im späten Dezember oder Januar noch abverkauft. Dass wir den März nicht haben, schmerzt viel mehr. Wie wir mit der Altware umgehen, ist noch nicht letztendlich entschieden. Wir haben erstmal alles weggepackt. Wahrscheinlich werden wir die Ware als Spende abgeben und abschreiben.

Welche Bedeutung hat für Sie die Order Herbst-/Winter 2021/22?
Die Order hat eine sehr große Bedeutung. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch im kommenden Herbst großes Interesse für unsere Mode bei den Kundinnen wecken können. Entsprechend haben wir geordert. Ab Mitte Januar bis Ende Februar haben wir sukzessive unsere Termine bei den Lieferanten abgearbeitet. Sicherlich haben wir ein Minus einkalkuliert, ansonsten aber mit leicht gekürzten Budgets schöne Ware gekauft. ‘Nummer sicher‘ ist gar nicht angesagt. Wir haben uns auf Highlights gestürzt: Klare Farben, vielfältige Muster. Im Vergleich zu ‘normalen Zeiten‘ haben wir viel Einzelteiliger gekauft. Oberteile sind im Homeoffice wichtiger und auch viel stärker nachgefragt als Hosen und Röcke, dass merken wir deutlich.

Welche Erwartungen haben Sie an das Frühjahresgeschäft?
Der große Wurf sind die neuen Beschlüsse der Corona-Runde nicht. Aber gegenüber der Lockdown-Situation der letzten Monate haben wir den Vorteil, dass wir die Kundinnen wieder im Geschäft begrüßen dürfen. Wenn die Kundin zur Anprobe kurz in die Kabine kann, ist das doch wesentlich einfacher als Auswahlen mit nach Hause zu geben. Und  ehrlich, wenn wir mit der Kundin das Sortiment betrachten, finden wir gemeinsam das Outfit abrundende Teile oder Accessoires, die sonst nicht auf dem Bon auftauchen. Insgesamt wird die Beratung mit den neuen Regeln wieder besser funktionieren. Klar ist uns aber auch, dass wir in der aktiven Kundenansprache nicht nachlassen dürfen. Auf Laufkundschaft in den Innenstädten zu setzten, in denen die Leerstände zugenommen haben und Gastronomie noch geschlossen ist, wäre fatal.

meyerundnehls.de

 

10.03.2021