„Sehr effizient“, „gute neue Kontakte“, „aufschlussreich und sehr kompetent“ – so kommentierten die Fachbesucher die Trade Mission ‚Maroc in Mode‘, die jetzt im Düsseldorf Fashion House stattfand. 16 führende marokkanische Hersteller aus den Bereichen Denim- und Casualwear, Konfektion, T-Shirt/Jersey und Strick zeigten ihre Musterkollektionen und die Bandbreite ihrer Produktionsmöglichkeiten. Sie konnten neue Kontakte zu Produkt- und Einkaufs-Managern, Sourcing-Verantwortlichen und Designern aus Modeindustrie und Moderhandel knüpfen.
Die Holy Fashion Group und die Ahlers-Gruppe waren ebenso vertreten wie Marc-O-Polo, Hess Natur, Felina und Baumhüter, die großen Handelsketten Metro mit Real und Kaufhof, der Versender Klingel sowie Peek & Cloppenburg, Düsseldorf und das Schweizer Handelsunternehmen Charles Vögele.  
Bereits seit einiger Zeit empfiehlt sich Marokko als innovativer und kostengünstiger Produktionsstandort für Textilien. Mit seiner geografischen Nähe zu Europa, der zollfreien Einfuhr in die EU und den kurzen Lieferzeiten ist das Land vor allem für Flash Programme interessant.  Die Verringerung des Risikos bei der Einkaufsplanung wird von den europäischen Kunden geschätzt. Bei Unternehmen, die ihre Auslandsproduktionen bisher auf Asien und die Türkei konzentriert hatten, spielt auch die stabile politische Lage Marokkos eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ihre Produktionspräferenzen neu zu gewichten.
Stark thematisiert in den Kunden-Gesprächen: Nachhaltigkeit – in den Dimensionen Umwelt und Arbeitsbedingungen. Marokko ist auch durch seine sozial- und umweltverträglichen Produktionsbedingungen stärker in den Fokus des Interesses gerückt. Nachdem die Nachfrage nach international anerkannten Zertifizierungen in den letzten Jahren gestiegen ist, gehört es zu den Pluspunkten des Produktions-Standortes Marokko, dass viele Unternehmen bereits zertifiziert sind und die geforderten Standards wie z.B. BSCI, ISO, Oeko-Tex, GOTS, TÜV-Zertifizierung erfüllen.
Auch bei der Diskussion um die Einhaltung sozialer Standards bei Arbeitsschutz und Mindestlöhnen, die von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mit der aktuellen Forderung nach gesetzlichen Rahmenbedingungen erneut angestoßen wurde, ist Marokko anderen Ländern weit voraus: Bereits 2004 hat Marokko einen Familiencodex („Moudawana“) gesetzlich verabschiedet, der die Rechte der Familien und der Selbstbestimmung der Frauen stärkt. Die geschätzt 180.000 Beschäftigten der Textilindustrie sind sozial- und krankenversichert, der Mindestlohn einer Näherin liegt aktuell bei 200 Euro im Monat.   
Die Trade Mission in Düsseldorf versteht sich als vorbereitende Veranstaltung auf die Messe ‚Maroc in Mode & Maroc Sourcing‘, die am 15. und 16. Oktober in Casablanca stattfinden wird.

15.04.2014