3 Fragen an Alexander Lochner, Inhaber von Lochner Top Fashion
Screenshot der Lochner Top Fashion Homepage

12.03.2021 I Alexander Lochner, Inhaber von Lochner Top Fashion in Burghausen (s. Foto unten) ist mit den Corona-Beschränkungen der Politiker hierzulande weitestgehend konform. Seiner Meinung nach, sei es nicht von Vorteil, den Laden zu öffnen, wenn die Gastronomie geschlossen ist und den Leuten die Lust am Flanieren und Shoppen aus Angst vor Ansteckung vergangen ist. In unserem Kurzinterview beantwortet er uns drei Fragen rund um Kundenbindung, die neue Ordersituation und den neuen Bedarfstrends.

Haben Sie den Online-Verkauf im Lockdown ausweiten können?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein harter Lockdown für unsere Abverkäufe besser ist, als ein weicher. Wenn kaum Kunden in der Stadt sind und die Fläche aber trotzdem besetzt werden muss, fahren wir mit geschlossenem Laden und voller Konzentration auf das Online-Geschäft besser. Im Frühjahres-Lockdown 2020 haben wir unsere Verkäufe über Instagram angekurbelt. Das lief im Dezember nicht mehr so gut, die Menschen sind, wenn sie sich zu Hause aufhalten eher am PC als am Handy. Aber zum Glück waren wir im Herbst auch soweit, einen guten Online-Shop zu haben. Mit Newslettern erreichen wir die Kunden auf der Couch zu Hause und lotsen sie in unseren Online-Shop. Wir hätten im Januar ein Bombengeschäft gemacht, hätten wir mehr Neu-Ware gehabt. 

Wie haben Sie die Order für die nächste Herbst-Wintersaison erlebt?
Mir hat die Reisetätigkeit sehr gefehlt. Die Inspiration in Paris und Kopenhagen, aber auch der Austausch mit Kollegen und Lieferanten. Ich sichte in Paris sicherlich um die 30 Kollektionen nur zum Schauen und Informieren. Das fehlt mir sehr. Oder dieses Jagdfieber, wenn ich höre es gibt etwas Interessantes, muss ich trotz größter Zeitnot dort hin. In dieser außergewöhnlichen Orderrunde habe ich mit Isabel Marant im Dezember angefangen und mich dann durch die Münchener Showrooms sowie die digitalen Angebote der französischen Anbieter gearbeitet. 

Welche Themen waren für Sie wichtig, welche Angebote haben Sie wahrgenommen?
Wir haben ganz normal unsere Orders platziert. Die Pre-Kollektionen möchten wir so früh wie irgend möglich geliefert bekommen, um einen Kontrapunkt zu den Wettbewerbern zu setzten, die sicherlich die Sommerware bis in den Herbst hinein verkaufen wollen. Monochrome Looks in Camel und Co. hatten wir bereits zwei Saisons ohne Ende. Deshalb haben wir viel Farbe eingekauft, coole Oversized-Blazer, richtige Eychatcher. Seit der Corona-Krise kaufen unsere Kunden die edlen, schlichten Teile nicht mehr so stark ein. Bei uns drehen sich die teuren, besonderen Teile einfach schneller. Die Kunst ist es, auffällige und trotzdem langlebige Teile anzubieten. Wir machen hier unser eigenes Ding. Ja, seit mehr Leute im Homeoffice arbeiten, haben auch wir mehr Oberteile verkauft. Aber Joggpants oder diese cosy Kuschelteile laufen bei uns nicht. Wenn man sich selbst treu bleibt, bleiben einem auch die Kunden treu.

lochner-topfashion.de

 

Headerbild: Screenshot Lochner Top Fashion Onlineshop

12.03.2021