BTE: Vier Milliarden Bekleidungsstücke auf dem deutschen Markt
BTE Kleidung

14.04.2021 | Der Handelsverband Textil (BTE) relativiert die Annahme, dass durch die Pandemie ein Überangebot an Bekleidung und Mode gibt. Der BTE stützt seine Argumentation auf die kürzlich veröffentlichten Produktions-, Import- und Exportstatistiken für 2019. Laut diesen ist die sogenannte Inlandsverfügbarkeit (Produktion plus Import minus Export) bei Bekleidung gegenüber 2018 um 5,7 Prozent auf 4.150 Milliarden Bekleidungsteile gesunken. Bei Wohntextilien (ohne Bettwaren und Matratzen) fiel die in Deutschland angebotene Menge sogar um 16,0 Prozent auf 108 Millionen Teile. Hinzu kamen 442,6 Millionen Paar Schuhe (Minus 1,0 Prozent) in 2019.

Pro Kopf 50 Bekleidungsstücke im Jahr

Rein statistisch entfällt damit auf jeden der rund 83 Millionen Einwohner Deutschlands im Durchschnitt ein Angebot von 50 Bekleidungsstücken pro Jahr. Einen Großteil dieser Bekleidungsstücke machen dabei Kleinteile wie Strumpfwaren/Strumpfhosen, Wäsche/Dessous, Handschuhe, Schals, Mützen sowie T-Shirts/Unterhemden aus. Das waren in 2019 insgesamt rund 2,5 Milliarden Teile, also rund 30 Teile pro Person. Eine Mehrzahl dieser Waren unterliegt einem schnellen Verschleiß oder sollten aus hygienischen Gründen regelmäßig erneuert werden. Auf Großteile entfällt dagegen mit 20 Artikeln pro Person und Jahr nur ein kleinerer Teil des Bekleidungsangebots. Bei Mänteln, Anoraks und Jacken lag 2019 die Inlandsverfügbarkeit für Damen, Herren und Kindern beispielsweise bei 136,8 Millionen Teilen, so dass jeder Einwohner 1,65 Teile kaufen konnte. Bei Pullovern/Strickjacken waren es 446 Millionen Teile (5,4 Teile pro Person) und bei Blusen/Hemden 246 Millionen Teile (3 Teile pro Person).

Corona erfordert Anpassung an neue Marktgegebenheiten

Der BTE schließt aus den Zahlen, dass das Bekleidungsangebot in Deutschland derzeit grundsätzlich nicht überdimensioniert ist. Zwar dürften 2020 und 2021 etliche Großteile vor allem im Bereich Business- und Anlassmode nicht verkauft werden, dies führt aber der Verband hauptsächlich auf die Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie zurück. Viele der nicht verkauften Bekleidungsteile wurden eingelagert. Industrie und Handel haben der Situation entsprechend gehandelt und für die aktuelle und die nächste Verkaufssaison ihre Produktionsmengen beziehungsweise Einkaufsvolumina entsprechend heruntergefahren und den neuen Marktgegebenheiten angepasst.

bte.de

Bilder: Unsplash

14.04.2021