Biba: Endgültiges Aus
Biba: Endgültiges Aus

06.12.2017 | Der Gelsenkirchener Modeanbieter Biba hat nun sein endgültiges Aus mitgeteilt. Das 1963 gegründete Unternehmen wird zum Ende dieses Jahres seinen Geschäftsbetrieb für immer einstellen. Das bestätigt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Georg F. Kreplin aus der Kanzlei Kreplin & Partner, der vom Amtsgericht Essen zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist. „Auf der Gläubigerversammlung am Montag, 4. Dezember, wurde die Einstellung des Geschäftsbetriebes bestätigt. Das hat die Kündigung aller rund 480 Mitarbeiter zur Folge, ebenso die Schließung

aller etwa 130 Biba-Shops. Diese bleiben noch für einen Ausverkauf bis Ende des Jahres geöffnet“, erklärt Kreplin. Als Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, benennt der Rechtsanwalt unter anderem das allgemein schwierige Umfeld im Textileinzelhandel, die gestiegene Konkurrenz durch den Online-Handel, weniger Nachfrage nach Mode seitens der Kunden, prominenten Einzelhandelsflächen sowie gestiegene Ausgaben für Mitarbeiter sind nur einige von den besagten Faktoren. Auch eine Sanierung in Eigenverwaltung habe nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Georg Kreplin hatte in dem Verfahren bereits als Sachwalter fungiert. „Die schlechte Lage im Handel hat letztlich alle Sanierungsbemühungen im Keim erstickt, aber auch die fehlende Bereitschaft der größtenteils tariflich gebundenen Mitarbeiter, Lohnkürzungen hinzunehmen, hat die Situation nicht vereinfacht.“

Georg Kreplin bedauert die Schließung des Unternehmens: „Mehr als 50 Jahre stand Biba für gehobene Damenoberbekleidung. Diese Handelstradition ist jetzt beendet, aber wir hatten keine andere Möglichkeit. Weder die betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens noch die Aussichten im stationären Handel haben für eine Fortführung gesprochen.“ Kreplin ist  in der Vergangenheit durch verschiedene Insolvenzverfahren im Modebereich bekannt geworden, die er betreut hat. Das bekannteste ist die des Modehändlers Mexx Anfang 2016. Damals hatte Georg Kreplin eine übertragende Sanierung erreicht und eine ganze Reihe an Filialen an einen internationalen Investor verkauft. (Bild: Georg F. Kreplin) www.biba.de

 

06.12.2017